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Der Sportmanager

Jung, männlich und ein mittleres Gehalt

5. Dezember 2017

accadis Hochschule zeigt die erste ganzheitlichen Studie zum Arbeitsmarkt für Sportmanager.

Die accadis Hochschule Bad Homburg hat erste Ergebnisse der von der Adecco-Stiftung kofinanzierten Studie zum Arbeitsmarkt für Sportmanager übergeben. Als erstes Forschungsprojekt überhaupt hat die Studie die gesamte Branche untersucht. Die meisten Sportmanager sind laut der Studie männlich, mit ihrem Job überdurchschnittlich zufrieden – und besser bezahlt als ihre wenigen Kolleginnen. Die Karrierewege im Sportmanagement sind generell facettenreich und zum Großteil dynamisch. Die Studie belegt zudem, dass der akademische Sportmanagermarkt wächst. Das ist auch auf die noch jungen Sportmanagement-Studiengänge in Deutschland zurückzuführen.

 

Mehr als Topmanagement im Fußball

 

Das Forscherteam um Professor Dr. Gerhard Trosien zeigt in dem seit eineinhalb Jahren laufenden Forschungsprojekt die vielfältigen Aufgabenfelder der Sportmanager, die Durchlässigkeit der Sportsektoren und die Jobchancen außerhalb der Sportbranche auf. „Bisherige Studien haben nur einzelne Bereiche wie gemeinnützige Sportvereine oder enge, aber öffentlichkeitswirksame Ausschnitte wie die Topmanager im Fußballbusiness betrachtet“, erläutert Professor Dr. Gerhard Trosien. Dabei sei gerade die Sportbranche sehr facettenreich. „Der Ansatz, alle Bereiche des Marktes für Sportmanager zu untersuchen, hat uns überzeugt“, bekräftigt Janine Bischoff, Geschäftsführerin der Adecco-Stiftung, die sich in der Arbeitsmarktforschung engagiert, aber durch Athletenförderung auch eine Nähe zum Sport aufweist.

 

Pay Gap auch im männerdominierten Sportmanagement?

 

Nach wie vor dominieren Männer das Sportmanagement. „74 Prozent der im Durchschnitt 34 Jahre jungen Studienteilnehmer sind männlich“, sagt Professor Dr. Gerhard Trosien. Auch die Führungsebene des Sportmanagements ist laut der Studie immer noch fest in männlicher Hand. Die Top-Verdiener unter den Studienteilnehmern mit einem Jahresgehalt von über 100 00 Euro sind allesamt Männer. „Auch der öffentlich immer wieder diskutierte Pay Gap zeigt sich in den bisherigen Ergebnissen des Projekts“, merkt Professor Dr. Gerhard Trosien an. „Die weiblichen Studienteilnehmer verdienen im Schnitt im Jahr 10 000 Euro weniger.“

 

Wechselfreude innerhalb der Branche

 

Die Bandbreite und Dynamik des Sportmanagements zeigen sich besonders in den Karrierewegen der Studienteilnehmer. Nach Abzug der ca. 19 Prozent Berufseinsteiger ohne spezifisches Karrieremuster, gehört mit 37 Prozent die größte Gruppe der Studienteilnehmer zu den Sport-Insidern, also Sportmanagern, die zwischen Sportsektoren wechseln, aber immer in der Sportbranche bleiben. Enger aufgestellt, also in einem der Sportsektoren verbleibend, sind die Experten (28 Prozent) und die Loyalen (9 Prozent), die eine lange Karriere bei nur einem Unternehmen verbringen. Mit 7 Prozent bilden die Rückkehrer, Sportmanager, die nach einem Ausflug in andere Wirtschaftszweige wieder in die Sportbranche wechseln, die kleinste Gruppe. Das starke Wachstum des akademischen Sportmanagermarktes schlägt sich vor allem, so zeigt die Studie, in Marketing-, Vermarktungs- und Vertriebsjobs nieder.

 

Vielfältige Teilbereiche

 

Typischerweise gliedert man die Branche in drei „P“s: Private, also gemeinnützige Sportvereine; Profit, also Unternehmen der Sportbranche wie Sportartikelhersteller, Sportagenturen oder ausgegliederte Profiabteilungen, und Public, worunter die öffentliche Sportverwaltung fällt. Dazu kommen sportnahe Aufgaben in anderen Branchen, z. B. Sportsponsoring, sowie Karrierewege, die ausgebildete Sportmanager temporär oder dauerhaft in andere Wirtschaftszweige führen. In der ersten von der Adecco-Stiftung unterstützten Projektphase hat sich die Studie den jungen Akademikern in den drei Teilbereichen des Sportmarktes gewidmet und für die Befragungen auch auf die Mitglieder des VSD, des Berufsverbands der Sportmanager in Deutschland, zurückgegriffen.

 

Mehr Leidenschaft als in anderen Branchen

 

Der VSD-Vorstandsvorsitzende Uli Semblat sieht seine Einschätzung der Besonderheiten des Sportmanagerarbeitsmarktes durch die Studie bestätigt. „Die Leidenschaft für den Sport ist ein wesentlicher Treiber für die Berufswahl in dieser Branche. Das erklärt die hohe Jobzufriedenheit trotz der materiell in anderen Branchen teils besseren Aussichten.“
Auf Basis der ersten Erkenntnisse zu Karrierestrukturen, Einsatzbereichen und Vergütungen des vor allem akademisch geprägten Teils der Sportwirtschaft, geht das accadis-Adecco-Team nun in die zweite Runde, um die Datenbasis zu vergrößern und vor allem auch den nicht-akademischen Teil des Arbeitsmarktes für Sportmanager abzudecken.

 

Quelle: accadis Hochschule Bad Homburg Dezember 2015

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