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Berufsbild Bike Guide Mallorca

29. August 2016

Du bist begeisterter Radfahrer, arbeitest gerne in der Natur, und der Umgang mit Menschen bereitet dir Freude? Dann wäre der Beruf des Bike Guides genau das Richtige für dich!

Die Sonneninsel Mallorca ist nicht nur die Lieblingsinsel der Deutschen, sie ist auch eines der spektakulärsten Radsport-Paradiese der Welt. Egal ob Tour de France Sieger, ambitionierter Amateurfahrer oder gelegentlicher Freizeitradler- es gibt kaum einen Radfahrer, der die Insel noch nie besucht hat.

 

Dies hat vielfältige Gründe

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Mallorcas Klima mit weit über 300 Sonnentagen; sowie Wintertage, an denen bis zu 20° Celsius möglich sind, sorgen für ideale Voraussetzungen. Auch topographisch bleiben keine Wünsche offen. Kann man in der Inselmitte nahezu komplett flache Touren fahren, so bietet das Tramuntana Gebirge bis zu 14km lange Steigungen, an denen sich die Bergziegen austoben können. Neben atemberaubenden Landschaften wo bereits im Februar Zitronen, Orangen, Mandel und Olivenbäume blühen, ist ein weiterer großer Vorteil die hervorragende Infrastruktur der Insel. Das Straßennetz ist sehr gut, sodass auch das kleinste Dorf angebunden ist. Zu befahrenen Straßen gibt es meist alternative Wege, auf denen fast ausschließlich Radfahrer unterwegs sind. Zudem hat die Balearen Regierung in den letzten Jahren viel Geld investiert, um den Asphalt auf zahlreichen Strecken zu erneuern und den Radsportlern somit perfekte Trainingsbedingungen zu bieten. Ein letzter Punkt ist die Nähe und Erreichbarkeit, denn quasi alle größeren Flughäfen in Deutschland bieten zahlreiche Flugverbindungen für häufig kleines Geld an.

 

Was genau macht ein Bike Guide?

 

Die diversen Vorzüge der Sonneninsel locken natürlich Jahr für Jahr tausende Radsportler an. Nicht Wenige von ihnen bevorzugen geführte Touren. Dies hat unterschiedlichste Gründe: Manch einer radelt nicht gern alleine und nutzt die Touren daher aus sozialen Gründen, andere trauen sich vielleicht nicht zu die Insel alleine zu erkunden und fühlen sich in der geführten Gruppe sicherer, wieder andere möchten sich selber keinen Stress mit der Routenplanung machen und vertrauen daher auf erfahrene Ortskenner oder sie lieben einfach den Kick und fühlen sich herausgefordert, wenn sie sich mit ihren Mitstreitern einmal, z.B. an einem längeren Anstieg, duellieren können. - Und genau hier kommt der Bike Guide zum Einsatz.

 

Der Arbeitsalltag eines Bike Guides

 

Der Job des Bike Guide war lange Zeit den Rennradfahrern vorbehalten, mittlerweile gibt es aber auch immer mehr Anbieter die sich auf geführte Mountainbiketouren spezialisieren. Der Arbeitsalltag beider Guides unterscheidet sich nicht signifikant.

Die Hauptaufgabe des Guides ist es alle Teilnehmer während der gesamten Tour sicher zu betreuen und die komplette Gruppe wieder heil an den Zielort zu bringen. Idealerweise achtet er dabei auf die individuellen Stärken und Schwächen Einzelner, so dass niemand unter- bzw. überfordert wird. Auf flachen Strecken teilt er seine Gruppe beispielsweise so ein, dass starke Fahrer häufiger vorne im Wind fahren um sich auspowern zu können, wohingegen Schwächere eher hinten im Windschatten radeln und somit jeder auf seine Kosten kommt. Auf bergigen Strecken benötigt der Guide einen guten Überblick, da die Teilnehmer bei Anstiegen meist einzeln und häufig relativ weit auseinander fahren.

Zudem muss der Guide natürlich über sehr gute konditionelle Voraussetzungen verfügen um bei jeder Tour souverän mit seiner Gruppe mitzukommen. Da der Guide 5-6 Tage pro Woche im Einsatz ist, muss er sich dementsprechend schnell von den täglichen Strapazen regenerieren.

 

Fertigkeiten, die er beherschen muss

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Er muss Radsport technische Kenntnisse haben (idealerweise ehemaliger/aktueller Amateurrennfahrer), um seine Gruppe perfekt anzuweisen und gelegentlich auch Tipps zu geben (Windschatten, Trittfrequenz, Nahrungsaufnahme etc.) und sich und seine Gruppe sicher im Straßenverkehr navigieren zu können.

Da er im direkten Kundenkontakt steht sollte er aufgeschlossen und freundlich sein, Einfühlungsvermögen haben, eventuell die ein oder andere Anekdote erzählen können und auch ein guter Motivator sein, insbesondere dann, wenn ein Teilnehmer eine Schwächephase durchlebt.

Ferner ist es von Vorteil einige Handgriffe am Bike selber erledigen zu können, um weniger erfahrenen Teilnehmern bei kleineren Defekten wie Kettenklemmer, Plattfuß etc. behilflich zu sein.

Da die meisten Tourenanbieter einige wenige ausgewählte Routen wöchentlich anbieten und diese bereits im Voraus festgelegt sind, benötigt der Guide nicht zwingend gute Ortskenntnisse. Bei kleinen Firmen, die sich den Kundenwünschen individuell anpassen, kann es dagegen sein, dass der Guide die Route (mit)plant bzw. einen Vorschlag einreicht.

 

Die „Amtssprache“ ist oftmals Deutsch, da viele Kunden aus dem deutschsprachigen Raum kommen. Dennoch sollten die Guides auch zumindest Grundkenntnisse in Englisch haben, was nicht selten benötigt wird. Zudem macht es natürlich einen besseren Eindruck, wenn der „heimische“ Guide den Kaffee bei einer eventuellen Pause in der Landessprache Spanisch bestellen kann.

 

Voraussetzungen

 

Bike Guide ist kein Ausbildungsberuf und es ist daher theoretisch jedem möglich, diesen Beruf auszuüben. Aus dem Alltag des Guides ergibt sich jedoch eine Reihe von Voraussetzungen, die in jedem Fall erfüllt werden sollten:

  • Die konditionelle Fähigkeit ca. 500km/Woche bei einem Schnitt von etwa 28-30km/h zurücklegen zu können
  • Sichere Radbeherrschung
  • Gute Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung
  • Spaß und Freude am Umgang mit Menschen
  • Die Fähigkeit eine Gruppe leiten zu können
  • Motivieren und positive Stimmung verbreiten können
  • Technisches Know-How (zumindest die Basics)
  • Englischkenntnisse
  • Grundkenntnisse Spanisch von Vorteil, aber nicht zwingend
  • Freude in der Natur zu arbeiten, auch bei ggf. schlechtem Wetter
  • Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Engagement
  • Selbständiges Arbeiten
  • Die Fähigkeit, Menschen für „seinen Sport“ begeistern zu können

 

Anstellungsmöglichkeiten und Vergütung

 

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten als Guide angestellt zu werden. Wer aus Deutschland kommt und den Job nur profiein paar Wochen machen möchte, z.B. weil er daheim eine Festanstellung hat, sich unbezahlt frei nimmt, Resturlaub hat etc. hat oftmals die Möglichkeit für seine Tätigkeit in Form von freier Kost-und Logis (eventuell auch Flugpreiserstattung) vergütet zu werden, so dass ihm ein kostenloser Aufenthalt für einige Wochen entsteht.

Guides, die die komplette Saison arbeiten möchten, die z.B. schon auf Mallorca wohnen oder sich um ihre Unterkunft und Verpflegung selber kümmern wollen, erhalten in der Regel entweder einen Angestelltenvertrag nach spanischem Arbeitsrecht (inkl. Krankenversicherung) oder können im Fall einer Selbständigkeit auch auf Rechnung arbeiten.

Man muss beachten, dass der Job als Bike Guide ein Saisonjob ist. Die Arbeitszeit beschränkt sich in der Regel auf die Hauptsaison Februar-Mai sowie September-Oktober (also etwa 6 Monate im Jahr). Zahlreiche Firmen bieten ihren Guides jedoch auch Festverträge über das ganze Jahr. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Guide sich bereiterklärt in der Nebensaison eine andere Tätigkeit zu übernehmen. Da die Bikestationen in der Regel ganzjährig geöffnet sind (es werden zwar keine geführten Touren angeboten, jedoch können Kunden jederzeit Räder mieten) kann der Guide beispielsweise als Mechaniker (bei Eignung) oder Verkäufer im Shop ganzjährig weiterbeschäftigt werden.

 

 

Fazit und Empfehlung

 

Bike Guide ist kein Job mit dem man viel Geld verdienen kann aber es ist der perfekte Sport-Job für dich wenn du dein Hobby (Radfahren) zum Beruf machen möchtest und dir Spaß an der Arbeit wichtiger ist als hohe Verdienstmöglichkeiten, wenn du deinem tristen Alltag einfach mal für wenige Wochen, Monate, oder sogar auf längere Sicht entkommen möchtest, wenn du z.B. ein Sabbatical anstrebst, wenn du trotz höheren Alters konditionell fit bist und deinen Job daheim nicht komplett aufgeben möchtest, oder wenn du einfach nur ein neues Abenteuer auf einer der schönsten Inseln der Welt suchst!

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